Grenzen überschreiten, blaues Feuer, Sternenhimmel und Schwefelvergiftung – Indonesien – Bali & Java

Nun erzähle ich euch von den letzten Tagen in Indonesien und dem „kleinen Trip“, welcher sich am Ende als große Herausforderung herausstellte.

Wie immer kam alles anders als geplant…

Wir schmiedeten mit unserem Freund Sunoto den Plan von Bali auf die daneben gelegene Hauptinsel Java zu fahren und dort den Vulkan Ijen zu besteigen. Denn nur dort bekommt man des Nachts das blaue Feuer zu sehen. Daher wollten wir am Abend des 15.November 2017 die Tour von seinem Haus aus mit einem Mietauto starten.
Satz mit X … Sunoto musste lange arbeiten, wir bekamen kein Auto mehr. Dafür aber die Gelegenheit, noch mehr Zeit mit seiner indonesischen Familie zu verbringen. Wir bekamen einen Schlafplatz unter seinem Dach und sollten am nächsten Morgen starten.

Keine Chance auf ein Mietauto fuhren wir mit einem überfüllten und stickigen Kleinbus zur Fähre und von dort aus mit einem Taxi. Wir handelten so lange, bis der junge Indonesier zu unserem persönlichen Fahrer wurde (was ihn vorerst freute) und uns bis zum nächsten Tag begleitete. Wir fuhren zu kleinen Märkten um uns mit Nahrung einzudecken, lokalen Restaurants, hielten bei einer großen Moschee und einem Wasserfall, welcher auf dem Weg zum Vulkan lag. Dessen Wasser sah aus als wäre ein Chemiebaukasten ausgelaufen. Er schäumte grün und gelb voller Schwefelrückstände des Mount Ijen.

 

Ab dann hieß es warten …ca. 6 Stunden – bis zum Start der Tour zum Gipfel und in den Krater des Mount Ijen um Mitternacht. (Am Tag ist es zu heiß und man sieht kein blaues Feuer.)

Wir vertrieben uns die Zeit mit Kaffetrinken, Reden, kleinen Wettkämpfen (zB. wer am meisten Treppenstufen hoch und runter springen kann) und anderen Möglichkeiten uns warm zu halten. Denn von den „normalen“, schwülen 30 Grad waren wir weit entfernt.

Wir staunten nicht schlecht über Sunoto,  der in seinem relativ hohen Alter so wahnsinnig fit und lebendig mit uns turnte. Er zeigte uns Techniken des Kong Fu, Tai-Chi, und Qi Quong (Chigong), welche viel Konzentration erfordern und sehr energieverleihend sind. Gleichzeitig ist er immer fröhlich und macht Späße, obwohl er es auch nicht immer leicht hat und hatte.

Verrückt. Ein wahres Vorbild, dieser Mann.

Da wir wussten, dass es kalt würde, nahmen wir alles mit, was wir hatten. Zu Wenig. Auf dem Hinweg schwitzten wir noch und auf dem Vulkan sah die Welt ganz anders aus.

An dieser Stelle auch herzlichsten Dank an den Fahrer, der nicht so richtig wusste, worauf er sich einlässt als er sich bereit erklärte, uns zu begleiten. Er fror sich gemeinsam mit uns die Gliedmaßen ab.

Vollkommen müde und halb erfroren starteten wir verspätet, gegen halb zwei nachts, die Wanderung. Auf dem steilen Weg nach oben begleiteten uns neben den Touri-Gruppenführern auch Bergarbeiter. Im Vulkan wird Schwefel abgebaut und die Arbeiter schleppen teilweise insgesamt 70 kg den steilen Berg hoch und runter. Jede Nacht…für schlechtes Geld. Ihnen gilt unser tiefster Respekt, da wir selbst so sehr mit der Steile, der Dunkelheit, Wassermangel, kaum Essen und vor allem der schwefeligen Luft zu kämpfen hatten. Sogar unser fitter Sunoto musste  pausieren und kam nach.

Doch der schlimmste Kampf findet immer im Knopf statt.

Belohnt wurden wir mit sagenhaften Ausblicken…ein Himmel voller Sterne, hunderte kleine Lichter die sich in den Krater hinein oder auf den Vulkan herauf bewegten, blaues Feuer und zum Schluss ein sanftes Farbenspiel zum Sonnenaufgang.

Der Abstieg war für mich sogar anstrengender als der Aufstieg. Ich wollte einfach nur essen, trinken, schlafen…

Schließlich kamen wir bei unserem “Taxi” an und fuhren zurück zur Fähre nach Bali.

Wir verbrachten noch eine Nacht bei Sunoto in Tabanan und fuhren dann für die letzten Tage nach Seminyak, wo wir vor allem in den kleinen Küchen der “Locals” günstig und lecker aßen.

Von Dort aus starteten wir dann das Abenteuer Australien.

Wie dieses eigentlich für uns anfing erfahrt ihr bald.

Warme Grüße!

 

 

2 Replies to “Grenzen überschreiten, blaues Feuer, Sternenhimmel und Schwefelvergiftung – Indonesien – Bali & Java”

  1. Sehr schöne erlebnisse. Viel glück weiterhin

    1. Dankeeeee:)

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