Mein Thailand – Höhepunkt … Die Hippie – Hochburg Pai

Leider habe ich schlechtes Internet und kann nicht alle Bilder hochladen. Darüber bin ich sehr traurig, weil es wirklich schön war. Ich habe aber Links eingebaut mit schon vorhandenen Bildern im Netz. Trotzdem viel Spaß beim Lesen.

Geschüttelt – und gerührt !

„Ab nach Pai!“ , hieß es für Alex, Matze und mich. Nancy entschied sich dafür, in Bangkok Freunde zu besuchen. „Da hat sie eindeutig was verpasst!“. Denn dieser Trip stellte sich als beste spontane Entscheidung der ganzen Thailandreise heraus.

Als wir im Bus auf der Serpentinenstraße durchgeschüttelt wurden (schon erwähnt, Hin- und Rückfahrt), ahnten wir noch nicht ganz, welches niedliche Hippiestädtchen uns da erwartete. Zugegeben; ich habe schon oft davon gelesen, dass Pai schön sei, aber Meinungen sind ja bekanntlich subjektiv. Bezüglich Pai schließe ich mich allen Schwärmereien an. Hier hatten wir die besten und zugleich günstigsten Fruit Shakes, das beste frische Essen, tolle Menschen, viele handgemachte Produkte, witzige Begegnungen und schöne Erlebnisse. Zudem lernte ich in der Zeit in Pai viel über mich und was mich glücklich macht.

Inmitten einer wunderschönen Landschaft mit Bergen, Flüssen, Grünflächen (meist Reisfelder), Dschungel und eher schmalen Straßen liegt die kleine Stadt. Bei der Anfahrt sieht man von weitem schon einen hell leuchtenden Fleck in den Bergen… ein riesiger weißer Buddha, der einem still verrät, an welch magischem Ort man bald ankommt. Man wird empfangen von lachenden Gesichtern, kleinen Shops und Restaurants mit einem vielfältigen Angebot von frischem Essen oder „lustigen“ Kuchen. Natürlich gibt es daneben auch „normale“ Thai-Restaurants und Touristenshops, aber eher in der Unterzahl.

Meine lieben Freunde, ihr Hippies, und Psytrance-Fanatiker, ihr Tattoo-Junkies und DIY-Bastler … ich habe oft an euch gedacht und für euch mit erlebt! Denn es hätte euch dort auch sehr gefallen. An dieser Stelle liebsten Gruß!

Das Hochgefühl stieg weiter als wir in unserem Hostel „Famous Pai Circus“ ankamen. Es war wieder wie Schicksal, dass wir uns aus den vielen Hostels gerade dieses herausgesucht hatten. Denn vorher sind wir immer eher ahnungslos, picken uns etwas günstiges heraus, was uns anspricht und nicht gerade schäbig ist.

Das Hostel ist eine Mischung aus Hippietreff, englischem Ballermann und Zirkus. Für uns war es das erste Hostel mit Frühstück – es war uns eine Freude, da wir ohne großen Aufwand energiegeladen in den Tag starten konnten! Zudem werden im Pai Circus wirklich Zirkusaktivitäten wie jonglieren, balancieren, Trockenübungen für Feuershows angeboten. Es ist immer etwas los – Poolparty 24/7. Schlafen darf man in kleinen Hütten, welche nichts für schwache Gemüter sind. Man sollte keine Probleme mit Knistern und Rascheln haben. Zum Schutz gibt es ein Moskitonetz und gegen die Wärme hilft ein kleiner Ventilator. In Hängematten kann man die wunderbare Aussicht genießen. Die beste eines Hostels – wie wir von einigen erfahren durften. Ich kann es wärmstens empfehlen. Wer ein kleines Abendteuer sucht, sollte für ein paar Tage dort einziehen!

 

Verbundenheit

Am Ankunftstag erlebten wir das bunte Pai noch hautnah, da es nicht nur für „lustige Kuchen“, sondern auch für „witzige Shakes“ bekannt ist. Wir waren gute 4 – 5 Stunden in einer Themenbezogenen Bar (Bild dazu hier), genossen einen wunderschönen Sonnenuntergang mit Blick auf die Berge und Alex und ich stellten einmal mehr fest, wie schön diese Welt ist und was für ein Glück wir haben, sie bereisen zu können. Mir wurden meine Verlustängste bewusst, wodurch die Verbundenheit zu meinen Lieben wuchs. Man sollte auch im Alltag achtsamer sein und die Momente genießen. Man sollte bewusst das Haus verlassen, um die Natur zu erleben und sich schöne Momente vor allem im Kopf abspeichern, nicht auf dem Handy. Dort ist der Speicherplatz irgendwann voll – im Kopf bleiben die schönen Erinnerungen jedoch eine Ewigkeit.

In der Nacht wurden wir mehrmals durch laute, betrunkene Menschen geweckt, aber halb so schlimm. Wir machten uns auf, das Frühstücksangebot zu besichtigen und da stand sie auf einmal – Galina, welche wir in Chiang Mai im Jungel trafen. Es war eine helle Freude! Manche Menschen haben eine so starke und positive Ausstrahlung und man spürt eine Verbindung zu ihnen – fühlt sich in ihrer Gegenwart einfach wohl. Das Sprichwort „auf einer Wellenlänge sein“ trifft dann voll zu. Die Energien stimmen… einfach positive Vibes. So war/ ist es für mich auch bei Galina.

Gastfreundschaft bei gespaltener Natur

Wir lernten beim Frühstück Leute aus Frankreich kennen, mit denen wir einen Ausflug zum „Landsplit“ vorhatten. Wir mieteten uns Scooter für 150 Baht (fast 4 €) – das billigste Angebot für Motoroller auf unserer Thailandreise. Doch wir fuhren gerade mal ein paar hundert Meter, da hatten Matze und ich sie schon verloren. Also fuhren wir weiter, da wir dasselbe Ziel hatten –  dachten wir. Im Endeffekt hat jeder eine gewisse Zeit aufeinander gewartet und danach sein eigenes Ding gemacht. Wir fuhren also zum Landsplit und schauten uns an, wie die Natur vor einigen Jahren (2011 und 2008) bei einem Beben die Erde auseinander riss. Das beeindruckte uns zwar, jedoch nicht so stark wie die netten Menschen, welche dieses Gelände pflegen und dort zusätzlich eine Art Garten betreiben. Es war unfassbar schön zu erleben, wie liebevoll sie jeden Besucher bewirten möchten und ihre eigens angebauten und hergestellten Produkte anbieten. (Matze kam sogar ein Tränchen, weil es so schön war!) Sie verlangen keine direkte Bezahlung, nur eine Spende, deren Betrag jedem selbst überlassen ist. Sie bieten sogar „free wifi“ an (recht schlechtes, aber der Wille zählt). So genossen wir ein wenig hausgemachten Wein und Saft, Süßkartoffeln, Bananen, Bananenchips, hausgemachte Marmelade, frische Tamarinde (richtig nice) und die besten Erdnüsse die wir je kosten durften. Wir lernten ein deutsches Pärchen kennen, welches sich zu uns gesellte. Wir wollten mit ihnen teilen, doch bekamen noch mehr dazugestellt. Eigentlich zu viel, aber aus Respekt aßen wir alles. Zum Schluss trugen wir uns noch in eines von den vielen Gästebüchern ein, in denen bereits diverse gute Wünsche für diese netten Leute stand. So etwas hatten wir bei diesem Ausflugsziel nun wirklich nicht erwartet.

Das Angebot – rechts, angeschnitten, die Donation Box (Spenden)

Wir schlossen uns dem Pärchen an und fuhren gemeinsam mit unseren Scootern mal wieder unbefestigte Straßen zu einem Wasserfall. Anschließend fuhren wir zur „Bamboo Bridge“, einer ewig langen, aus Bambus bestehenden Brücke, welche über Reisfelder führt. (Bild dazu hier) Wir genossen schon den Weg dahin. Wunderschöne Landschaften, niedliche Häuser, kleine Tempel. Wir hatten Glück, dass dieser Ort wenig bekannt unter den Touristen ist und ich genoss die Ruhe und Kraft, die dieser Ort ausstrahlte. Ich ahnte nicht, wie schön Reisfelder sein können. Die Brücke knarrte bei jedem Schritt, aber ich bestaunte die Haltbarkeit und die Arbeit, die dahinter steckt. Wie schön es hier ist …

 

Am Abend gingen wir mit anderen aus dem Hostel wieder auf die „Walking Street“. (Bild dazu hier) Diese ist eine Marktstraße, auf welcher jeden Tag ab 5 Uhr nachmittags diverse Händler an den Ständen ihre Produkte anbieten. Gegen 11 Uhr abends wird abgebaut. Das Angebot reicht von Kleidung über Schuhe, Taschen, Schmuck, Souvenirs und andere Produkte. Vieles handgemacht und verdammt schön! In der Überzahl sind jedoch die Fruit Shake –  und die Food – Stände. Eine Mischung aus frischem und frittiertem Essen, thailändische Spezialitäten und ein wenig internationale Küche – für jeden etwas dabei. Auf dieser Straße waren wir jeden Abend, um uns die Bäuche voll zu schlagen 😀

Dort trafen wir auch jeden Tag auf Galina, manchmal mehrmals. Und viele andere liebe Menschen.

Nicht zu vergessen, dass wir dort den besten und günstigsten Fruit Shake – Stand Thailands gefunden haben. Eigentlich nur zufällig, weil ich mir dort vegane Power – Pralinen gekauft habe. Leider hat die gute Frau, welche im Vergleich super englisch sprechen konnte, keinen Namen für ihren Stand. Aber wir haben alle, die wir auf der Straße trafen an diesen verwiesen. Warum die besten Fruit Shakes?

… Große Auswahl an Zutaten, wenig Wasser (streckt) und viel Liebe.

Meine beste Mischung: Erdbeeren, Passionsfrucht, Limette und Drachenfrucht.

Matze’s beste Mischung: Karotte, Ingwer, Zitrone, Chilli und Avocado.

Zwei Geschmacksbomben!

Rutschpartie und Seelenklemptner

Am nächsten Tag fuhren wir zunächst zum Pai Canyon. Wir waren wieder begeistert, wie schön und gewaltig sich die Natur da vor unseren Augen präsentiert. Wie kann es sein, dass man sich in Thailand und tropischer Wärme plötzlich fühlt wie in Amerika, oder im Elbsandsteingebirge (nur eher rötliches Gestein)? Verrückt. Diese Welt…

Der Ausblickt raubte uns den Atem und wir waren wieder dankbar, diesen Moment erleben zu können.

(schönes Beispielbild hier)

 

Danach fuhren wir wieder zu einem Wasserfall…“bei dem man rutschen kann“, hieß es. (Bild dazu hier) Letztendlich sind dort wirklich klitschige Steine und ein verdammt steiler und scharfkantiger Umbruch, an dem man mit dem brechenden Wasser herunter in die Lagune gleiten kann, wenn man risikofreudig ist. Ich mache zwar viel mit, aber das reizte mich nicht. Dafür war mir mein Hintern und meine Haut zu lieb. Ein paar der wenigen mutigen/verrückten Thailänder trugen einen Neopren-Anzug … sie wussten schon warum. Matze sagte nicht nein und hatte seinen Spaß.

Mich beeindruckte an dem Ort aber neben der Natur aber vor allem auch ein Rasta-Typ, der dort so ziemlich jeden Tag verbringt, Müll einsammelt und sich mit den Leuten unterhält, oder die Leute unterhält…je nachdem. 😀 Er hat wahrscheinlich eine gute Menschenkenntnis. Als er mich ansah und mit mir sprach war es, als würde er mir in die Seele schauen können. Er sprach in der kurzen Zeit genau das richtige aus. Wie ein Therapeut, der mich schon lange studiert hat. Es war verrückt und hat mich wieder zum Nachdenken angeregt.

Diese Reise. Dieser Weg. Diese Natur. Diese Welt. Diese Verbundenheit…

Diese Leute. Diese Erlebnisse. Diese Begegnungen. Diese Erfahrungen…

Diese Sinneseindrücke. Diese Gespräche. Diese Gefühle. Diese Charaktere – Dieser Selbstwert… 

Liebe für’s Detail. Liebe für die Lieben. Nächstenliebe. Selbstliebe?…

Wir beendeten den Tag wieder mit unseren Freunden und neuen Bekannten auf der Walking Street – das heißt Essen, zu Live Musik tanzen, die verschiedenen Angebote bestaunen und die Straße auf und ab laufen… selbstverständlich (mehrmals) am Fruit-Shake Stand vorbei.

Weitere Pai – Tage

Die Regenzeit machte sich jeden Tag mal mehr und mal weniger bemerkbar. Über den Regen in Deutschland kann ich nur noch lachen.

Mit Alex verbrachten wir noch ein paar schöne Stunden bevor er seine Reise in den Süden antrat. Beispielsweise fuhren wir mit den Scootern im Regen die nassen, schlammigen Ofroad-Wege nach „Walhalla“, einem abgeschiedenen Ort mitten im Jungel. Dort leben wenige Leute in einer Art Kommune ein einfaches, glückliches Leben. Gäste sind immer willkommen und werden gerne bedient. Man kann dort für wenig Geld übernachten. Gängigster Schlafplatz: die Hängematte. Jedoch bräuchte man einen Anzug, um sich vor den Mücken zu schützen. Oder wird man irgendwann immun? Wir lernten auch dort wieder interessante Menschen kennen. Jeder hat seine Geschichte. (Bild von mir hier bei facebook)

Außerdem verließen wir das Hostel, um in ein ruhigeres einzuchecken. Das ist uns wahrlich gelungen, da in dem neuen Hostel nur ein einziger Mittbewohner war. Zu dritt im 20-Personen Schlafsaal. Dort konnten wir wieder etwas zur Ruhe kommen und hatten genug Platz, um die nassen Sachen auszubreiten.

Pocahontas

Wir waren nun wieder zu Fuß unterwegs und planten erneut zu einem Wasserfall zu gehen. Dieser Ausflug sollte sehr lang werden. Wir versuchten uns vorzubereiten und mit genügend Verpflegung auszustatten, hatten aber vorher schon ein schlechtes Bauchgefühl – hätten wir mal darauf gehört. Am Ende waren wir und vor allem unsere Sachen und Schuhe klitschnass. Wir schafften nur die halbe Strecke und mussten dann umkehren, bevor es dunkel wurde. Trotz allem war es ein schöner Trip, der uns 12 mal durch das Flussbett des Wasserfalls führte. Kelly, die wir in Walhalla kennenlernten und ein anderer Amerikaner begleiteten uns. Und wir sangen wieder diverse Lieder. International, versteht sich.

Sie sang lieder aus Pocahontas – so wunderschön – es passte alles.

You think you own whatever land you land on
The Earth is just a dead thing you can claim
But I know every rock and tree and creature
Has a life, has a spirit, has a name

You think the only people who are people
Are the people you look and think like you
But if you walk the footsteps of a stranger
You learn things you never knew you never knew

Have you ever heard the wolf cry to the blue corn moon
Or asked the grinning bobcat why he grins
Can you sing with all the voices of the mountains?
Can you paint with all the colors of the wind?
Can you paint with all the colors of the wind?

Ansonsten erkundeten wir die Stadt. Ich versuchte ein paar Dinge in einem Paket nach Hause zu schicken. Das ist mir zum Glück nicht gelungen, da mir im letzten Moment ein Licht aufging. Lieber „schleppe“ ich die Sachen mit mir herum, als 50 € für das Paket zu zahlen, welches eventuell nie ankommt. Und am Ende würde ich die Sachen doch irgendwann brauchen?! … (Fazit nach ca. einem Monat = gute Entscheidung!)

Magischer Abschied

Zum Abschluss besuchten wir noch den weißen Buddha (Bild dazu hier und hier), der uns zu Beginn anstrahlte. Es war ein schöner kleiner Spaziergang zu einer großen Anlage. Wir kamen an Leuten vorbei, die bei Tempelarbeiten halfen. Jung und alt kommen hier jeden Tag oder jedes Wochenende, manchmal nach oder vor der Arbeit zusammen, um ihren freiwilligen Beitrag zu leisten und einen schönen Tempel zu erbauen. Es ist unglaublich, wie die Leute hier zusammenhalten und wahrlich eine Gemeinschaft bilden. Jung und alt, diverse Religionen leben friedlich zusammen, unterstützen sich, kein Fluchen, kein Neid. Und das nicht nur im Hippie – Pai. Die Menschen in Thailand haben nicht viel, die meisten sind arm, aber glücklich. Das ist keine Floskel, sondern sollte uns zu denken geben, worin wir unser Geld und vor allem unsere Zeit investieren!

Im veganen Restaurant Earth Tone hatten wir die letzte und für mich beste Mahlzeit in Pai.

Das kleine Pai hat uns mit seinem Charme verzaubert. Ich werde definitiv wieder zurück in diese kleine Stadt reisen!

2 Replies to “Mein Thailand – Höhepunkt … Die Hippie – Hochburg Pai”

  1. Das sind wunderschöne erlebnisse. Geniesst es. Eine schöne zeit für euch. Alles liebe . Viel spass. Muddi

  2. Verfolge alles von dir Geschriebenes mit großen Vergnügen.
    Frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr.

    Deine Oma

    Brigitte Schulz

    Ps: im Auftrag aus Herne
    Ulrich Mielke

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